Motorrad fremdstarten

Lockt milde Witterung mitten im Winter zu einer Ausfahrt, kann in der Garage eine böse Überraschung warten: Die Batterie ist leer! Schnelle Abhilfe schafft meist ein Fremdstart – doch dabei sind einige Punkte zu beachten, um Elektrikdefekte zu vermeiden. |

Wie beim Auto sollte auch beim Fremdstart des Motorrads eine gewisse Sorgfalt walten. Nicht nur, dass die Ströme einer Starterbatterie bei Kurzschlüssen einen nicht ungefährlichen Funkenflug verursachen können. Auch die umfangreiche Elektronik moderner Motorräder legt keinen Wert auf außerplanmäßige Spannungszufuhr.

Als Spender für eine leere Motorradbatterie kommt ein anderes Motorrad ebenso in Frage wie ein Pkw oder ein Transporter. Vorsicht ist bei Lkw oder schwereren Nutzfahrzeugen geboten: Deren Batterien haben zwar auch eine Spannung von 12 Volt. Durch Reihenschaltung wird jedoch eine Bordspannung von 24 Volt erreicht. Je nach Stelle des Abgriffs kann man also zu viel »Saft« erwischen.

Ist ein geeigneter Spender gefunden, kann es losgehen. Benötigt wird noch ein Starthilfekabel. Neben der Reihenfolge, in der die Klemmen der Kabel mit den Polen beiden Akkus verbunden werden, muss auf einen weiteren Punkt gut Acht gegeben werden: Durch die enge Einbausituation besteht beim Motorrad die Gefahr, mit der Plusklemme Rahmenteile zu berühren, was zu einem heftigen Kurzschluss führen kann.

Die Batterien verbinden

Die Zündungen beider Fahrzeuge sind zunächst ausgeschaltet. Zuerst wird die Polzange des roten Pluskabels mit dem Pluspol der Maschine mit Startschwierigkeiten, also dem »Empfängerfahrzeug« verbunden, danach mit dem Pluspol des Spenderfahrzeugs.

Sitzt das Pluskabel an beiden Pluspolen, folgt der Anschluss der Zange des schwarzen Kabels (Massekabel) an den Minuspol des Spenderfahrzeugs. Das andere Ende des Minuskabels wird anschließend an ein unlackiertes Metallteil am Motorblock oder Rahmen des Fahrzeugs mit der schwachen Batterie geklemmt. Einen direkten Anschluss am Minuspol der Batterie gilt es wegen eventuell austretendem Knallgas und der damit verbundenen Explosionsgefahr zu vermeiden.

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Erst klemmen, dann starten

Sitzen beide Kabel fest an ihren Kontaktpunkten, wird der Motor des Spenderfahrzeugs gestartet. Bei einer tiefentladenen Batterie des Empfängerfahrzeugs (wenn bei zuvor eingeschalteter Zündung selbst die Armaturenlampen nicht mehr leuchten), sollte dieser mindestens zehn Minuten vor dem ersten Startversuch laufen. Während dieser Zeit kann die Batterie des Empfängerfahrzeugs genügend Strom ziehen. Danach folgt ein erster Startversuch des Pannenfahrzeugs. Springt der Motor nach drei bis vier Sekunden nicht an, kann man den Vorgang abbrechen und nach einer kurzen Pause wiederholen.

Die Batterien trennen

Das Abklemmen der Kabel geschieht in umgekehrter Reihenfolge: Zunächst ist das schwarze Minuskabel am Massepunkt des Empfängerfahrzeugs zu lösen, danach am Minuskontakt des Spenders. Dann kann man das rote Pluskabel erst vom Kontakt des Empfänger- und dann vom Pol des Spenderfahrzeugs abklemmen.

Um sicher zu gehen, dass die Lichtmaschine des Empfängers die leere Batterie wieder ausreichend lädt, muss der Motor weiterlaufen. Am besten startet man gleich zu einer kurzen Runde.

Quelle: Tourenfahrer.de

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